Polnische Natur Polnische Natur Beskidy-Gebirge

Interessanter zu Fuß

Für all diejenigen, die sich beim Wandern nicht beeilen müssen und Zeit haben, um die Schätze der Natur und Kultur genauer kennenzulernen, warten in Polen 30 000 km markierte Wanderwege. Dazu gehören auch die polnischen Abschnitte der transeuropäischen Wanderrouten: die E-9, welche die Atlantikküste von Frankreich über Belgien, Holland, Deutschland nach Polen – und danach die Ostseeküste entlang – von Świnoujście nach Braniewo führt sowie die E-11, die von Holland über Mitteldeutschland die polnische Küste entlang zu den baltischen Staaten verläuft. Der polnische Teil der Route E-11 beginnt in Słubice an der Grenze zu Deutschland und endet in Ogrodniki an der litauischen Grenze. So eine Radtour durch riesige Waldgebiete und weite Felder mit Rast an Seen und Flüssen, Lagerfeuer sowie die Treffen mit interessanten Menschen hinterlassen ganz bestimmt viele nachhaltige Eindrücke.

In wilder Natur

Manchmal passiert es, dass man mehrere Stunden wandert ohne einer Menschenseele zu begegnen. Dafür aber kann man bei einem Streifzug durch Nordostpolen Schätze entdecken, die kaum anderswo zu finden sind. Der wunderbare Białowieża-Nationalpark mit der europäischen Heimstätte des Wisents, ist von einem ehemaligen Urwald übriggeblieben und wird, sage und schreibe, von über 11 000 Insektenarten bewohnt. Man kann natürlich auch Streifzüge durch den Wigry-Nationalpark unternehmen oder noch weiter bis dorthin wandern, wo sich der Osten mit dem Westen und der Katholizismus mit dem orthodoxen Glauben ein Stelldichein geben, wo echte Tatarensiedlungen erhalten geblieben sind und die Wanderwege durch eine malerisch gewellte Landschaft mit wunderschönen Wäldern führen.

Von Wanderdünen umgeben

Es ist kaum zu glauben, aber diese bis zu 300 m hohen Sanddünen wandern vom Wind getrieben bis zu 10 m jährlich und begraben dabei ganze Siedlungen und Kirchen unter sich. Bei einem Streifzug durch den Słowiński- Nationalpark, der sich an der Ostseeküste erstreckt, lässt sich ganz deutlich erkennen, wie hier die belebte Natur mit der unbelebten ringt. Dort kann man auch Abschussrampen der Raketen V-1 besichtigen, die im 2. Weltkrieg auf London gerichtet waren. Weiter gelangt man nach Kluki, einer alten Siedlung des Slowinzen-Volksstammes mit interessanten Fischerkaten. Danach beginnt bereits die schöne Landschaft Kaschubiens. Ihre malerischen Moränenhügel und reizvollen Seen sind das Werk eines uralten Gletschers. Überall erstrecken sich prachtvolle Wälder durch die der Weg führt zum Freilichtmuseum in Wdzydze Kiszewskie, danach noch weiter bis ins 1000-jährige Gdańsk/Danzig und in die Hafenstadt Gdynia, die im Laufe nur weniger Jahre aus dem Nichts erwachsen ist.

Auf historischem Pfad

Die Wanderung führt von Poznań, der Wiege Großpolens, das vor allem durch seine Musiktradition bekannt ist, bis nach Gniezno, der ersten Hauptstadt Polens. Diese sog. Piastenroute, deren Bezeichnung vom Namen der ersten polnischen Königsdynastie stammt, ist besonders den Touristen zu empfehlen, die etwas mehr über die Wurzeln der polnischen Nation und über die Anfänge des Christentums in unserem Lande erfahren sowie die Atmosphäre längst vergangener Zeiten hautnah spüren möchten. Unterwegs in Pobiedziska sollte man unbedingt die Bauwerke der Region in Kleinformat gesehen haben. In dieser Ausstellung sind alle historischen Gebäude der Piastenroute zwanzigmal verkleinert zu besichtigen. In Gniezno befindet sich die Kathedrale des hl. Adalbert. Diesen Heiligen könnte man gewissermaßen als den Wegbereiter der europäischen Integration bezeichnen. Von Gniezno führt der Weg zur Insel auf dem See Lednickie, wo Reste einer Burgstätte der polnischen Herrscher aus dem 10. Jahrhundert erhalten geblieben sind. Weiter verläuft die Strecke durch Wälder und an Seen vorbei nach Biskupin, das durch die rekonstruierte Siedlung von vor 2 800 Jahren berühmt geworden ist. Alljährlich Anfang September findet hier ein mehrtägiges historisches Volksfest statt, wo die uralte Töpferei, Weberei, die Bauweise, Tierzucht sowie Waffenund Schmuckherstellung präsentiert werden. Wenn man den See entlang geht, gelangt man nach Wenecja, das sich eines der ältesten Schmalspurbahn-Freilichtmuseen Polens sowie einer mittelaterlichen Burgruine rühmen kann.