Mit dem Fahrrad an der Ostsee Mit dem Fahrrad im Gebirge Treffen der Radfreunde

Mit dem Fahrrad durch Polen

In den Drahtesel waren mindestens zwei polnische Nobelpreisträger verliebt: die herausragende Wissenschaftlerin Maria Skłodowska-Curie und Henryk Sienkiewicz, der Verfasser des Weltbestsellers „Quo Vadis”. Mit dem Rad kann man heute ganz Polen durchstreifen; die markierten Radwanderwege umfassen über 3000 km. Am bekanntesten ist der polnische Abschnitt der transeuropäischen Route R-1. Er führt von Kostrzyn durch das seenreiche Lubusker Land, den Notecka-Urwald, das Tal des Weichselunterlaufes, weiter über die Elbinger Höhen bis hin zur russischen Grenze.

Mit dem Rad aufs Schloss

In alten Zeiten stiegen die Ritter auf dem Schlosshof vom Pferd. Heute dagegen sieht man vor den Schlössern immer häufiger abgestellte Fahrräder. Mit dem Rad auf den Spuren der Schlösser und Burgen durchziehen die Touristen fast das ganze Land. In der Krakau-Cz´stochowa-Hochebene besichtigen sie vor allem das Wawel-Schloss, in Pommern und Masuren – die gotischen Burgen des Deutschen Ordens, in Masowien – die Schlösser in Warschau sowie die Ruinen der gotischen Burgen in Czersk (herrlicher Blick aufs Weichseltal) und in Liw. Auf diese Art nämlich kämpfen die Radtouristen um das begehrte Abzeichen „Zamki” (Schlösser). Das Schloss in Golub-Dobrzyń, das zu den zehn touristisch attraktivsten Schlössern Europas gehört, hat es den Touristen besonders angetan. Hier werden die bekannten Ritterturniere und Wettbewerbe im Armbrustschießen ausgetragen. Ebensolche Turniere finden auf den Burgen in Gniew, Brodnica, Ostróda und Ryn statt. Fast dieselbe Anziehungskraft übt in den Sudeten das Schloss Chojnik unweit von Jelenia Góra aus.

In den Bergen

Die Radwanderwege im Gebirge erfreuen sich seit geraumer Zeit zunehmender Beliebtheit. Mit dem Mountainbike lassen sich praktisch alle polnischen Gebirge meistern. Von ganz besonderem Reiz sind jedoch Touren in den Beskiden, im Bieszczady-Gebirge und in den Sudeten. Im letztgenannten Gebirge wird alljährlich mit dem Fahrrad die Schneekoppe (1602 m ü.d.M.), der höchste Gipfel des Riesengebirges erklommen. Von dort bietet sich ein herrlicher Rundblick auf die gesamten Sudeten. Die Radstrecken in den höheren Lagen des Riesengebirges sind jedoch ziemlich schwierig und gefährlich. Unerfahrene Radler sollten besser die leichteren Radstrecken auf den sanften Hängen nutzen.

Ein Stelldichein der Radfans

Unterwegs auf der transeuropäischen Route R-1 (polnischer Abschnitt: Kostrzyn-Braniewo) passieren Sie bei Sulęcin herrliche Schluchten, fahren durch ein weites Waldgebiet und über den Hang der unteren Weichsel mit schönem Weitblick. Bereits zum achten Mal hat die Aliance Internationale de Tourisme (AIT) zusammen mit der Polnischen Gesellschaft für Tourismus und Landeskunde (PTTK) in Polen das touristische Radrenn-Welttreffen organisiert. Anlässlich der Treffen in Zakopane, Ruciane-Nida, Sopot an der Ostsee, Kazimierz Dolny in der Region Lublin, Rogoźnik in Schlesien, Wisła in den Beskiden, Pokrzywna in der Region Opole und letztens ebenfalls in Giżycko im Land der Großen Masurischen Seen wurden spezielle Radstrecken eröffnet, die mehrtägige Ausflugstouren zu den schönsten Orten der Region ermöglichen.