Im Reich der Vögel

Dass die Vögel unser Land ganz besonders lieb gewonnen haben, lässt sich auf Schritt und Tritt erkennen. Bei den Wanderungen durch Polen werden Ihnen sicher die vielen Storchennester auffallen, die bei uns einfach zum Landschaftsbild gehören. Im mittelalterlichen Krakau sind riesige Taubenscharen daheim, und in Zielona Góra, der Stadt unweit der polnisch-deutschen Grenze, gibt es die meisten Elstern in Europa. Wir empfehlen ebenfalls einen Besuch im Reservat „Słońsk” an der Mündung der Warthe in die Oder, nahe dem Grenzübergang Kostrzyn, wo Hunderte Wasser- und Sumpfvögel leben, oder Wanderungen zum Vogelschutzgebiet „Świdwie” an der Stettiner Küste, der Brutstätte von Kranich, Höckerschwan, Graugans und Rohrdommel. Auch im Słowiński-Nationalpark, der von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt wurde, muss man unbedingt gewesen sein. Beeindruckend sind seine Wanderdünen, die sich auf 300 ha Fläche bis zu 42 m in die Höhe türmen und alljährlich 9 m landeinwärts wandern. Der Sand hier ist oft bis zu 60°C heiß, trotzdem aber voller Leben. Die einmalige Dünenvegetation und die moorigen Wälder des Nationalparks bieten 250 Vogelarten Schutz. Hier können Sie ihre Foto- und Vogelstimmensammlung mit ungewöhnlichen Trophäen bereichern. Zu den begehrtesten gehören die äußerst seltenen, in Nordeuropa heimischen Säger wie z.B. der Gänsesäger sowie andere herrliche Enten. Die einzigartigen Terrains an der Biebrza und Narew sind ein Paradies für all diejenigen, die gern Vögel filmen, fotografieren oder die Solisten der großen Vogelorchester aufs Magnetband aufzeichnen. Die polnischen Reisebüros organisieren alljährlich Mitte April im Dorf Narewka spezielle Veranstaltung für die Vogelfreunde. Dabei lassen sich gleich 9 Spechtarten, Zwerg- und Halsbandschnäpper sowie Haselhuhn und Tannenhäher knipsen. In der Nähe des Stausees Siemianówka leben Seeadler, Graureiher und Schwarzstorch, die in der Fotosammlung des Vogelfreundes ebenfalls nicht fehlen dürfen. Im Rahmen der „Festtage der wilden Wiesen”, die Ende April und Anfang Mai in Goniądz an der Biebrza stattfinden, sollte man unbedingt das Balzgehabe des Kampfläufers, Birkhuhns und der Doppelschnepfe miterlebt haben - ein wahres Erlebnis für Auge und Ohr. Wenn Sie Wanderungen durch die verschneite Winterlandschaft mšgen und prachtvolle Enten wie u.a. Tordalk, Gryllteiste, Trottellumme und Eiderente fotografieren möchten, empfehlen wir Ihnen die Mitte Februar an der Ostsee, nicht weit von Danzig, organisierten „Tage des wilden Meeres”. Auf die Liebhaber von Greifvögeln warten die Ostbeskiden (Bieszczady), wo man mit dem Fernglas sogar den Steinadler „aufs Korn nehmen” kann.

Vögel beobachten, fotografieren und ihre Stimmen aufnehmen ist auf verschiedene Art möglich: mit dem Boot, auf dem Hochstand oder indem man sich nahe an ihre Wohnplätze heranpirscht. Unsere gefiederten Freunde sind jedoch sehr scheu und wachsam. Man sollte sie am besten nur mit professionellen Naturführern beobachten, denen der Schutz und die Ruhe der Vögel am Herzen liegt.