Auf der Transeuropäische Route

Durch Polen verläuft die internationale Fernradelstrecke Euro-Route R-1, die in Calais in Frankreich ihren Anfang nimmt und weiter über die Niederlande und Deutschland führt. Der polnische Abschnitt misst 675 km, beginnt in Kostrzyn (Grenzübergang Kietz/Kostrzyn) und verläuft durch die reizvollen Waldgebiete des Lebuser Landes, den Nadnotecka-Urwald, die Tucholskie-Wälder, das Weichsel-Tal und über die Elbinger Höhen. Seine Endstation ist Gronowo, wo die R-1 die Grenze zu Russland überquert.

Der Großteil der Strecke ist asphaltiert und von Kraftfahrzeugen wenig befahren. Nahezu 40% der Route führen durch Waldgebiete und an Gewässern entlang. Für diese Flachlandstrecke ist kein besonderes Können notwendig.

Da dieser Abschnitt vielerorts auf Bahnstationen trifft, kann die Wanderung an beliebigen Orten begonnen und beendet werden. Diese Strecke ist gewissermaßen als Hauptroute zu betrachten, welche in den jeweiligen Regionen durch örtliche Radwanderwege mit vielen zusätzlichen Touristenattraktionen ergänzt wird.

Empfehlenswert sind z.B. ein Abstecher ins mittelalterliche, von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärte Toruń/Thorn, der Geburtsstadt von Nikolaus Kopernikus oder die Besichtigung der Ostseestädte mit Gdynia/Gdingen und dem 1000-jährigen Gdańsk/Danzig an der Spitze.

Auf der Hauptroute befinden sich zahlreiche Touristenattraktionen. Gleich neben Kostrzyn erstreckt sich das riesige Flussgebiet der Warta mit über 130 Vogelarten. 110 Arten davon haben hier ihre ständigen Nistplätze. Weiter führt die Route nach Ośno Lubuskie, das mit einer 1350 m langen Wehrmauer aus dem 15. Jahrhundert und 12 Basteien umgeben ist. Danach geht es nach Sulęcin. In der Nähe regen malerische Hohlwege und ein ehemaliger sowjetischer Truppenübungsplatz zu Geländefahrten an. Das zwischen Seen und prächtigen Wäldern gelegene Lubniewice besitzt ebenfalls viele markierte Radwanderstrecken. Den Besuch wert ist Międzyrzecz/Meseritz mit seiner alten Burg, wo eine faszinierende Sammlung wertvoller Sargporträts zu besichtigen ist. Unweit der Stadt befindet sich die sog. Meseritzer Befestigungsregion - der interessante Überrest einer deutschen Befestigungsanlage aus dem Zweiten Weltkrieg mit unterirdischen Tunneln von mehreren Zehn Kilometern Länge. Zwei weitere Attraktionen sind der Drawa-Nationalpark und der Nadnotecka-Urwald. Danach gelangt man nach Osiek am Fluss Noteć mit einem archäologisch-ethnographischen Freilichtmuseum. Anschließend lädt den Radwanderer die Stadt Bydgoszcz mit ihren prächtigen historischen Speichern am Fluss Brda ein. Von Bydgoszcz führt die R-1 nach Chełmno, einer malerisch auf 9 Hügeln gelegenen historischen Stadt mit erhalten gebliebenen Bauwerken sowie nach Grudziądz, dessen Panorama sich besonders schön vom Weichselufer aus präsentiert. Weiter verläuft die Tour in Richtung Elbląg (eben dort befand sich die von den Wikingern beschriebene reiche Stadt Truso) nach Malbork/Marienburg mit der größten mittelalterlichen Deutschordensburg Europas. Bevor man die Staatsgrenze errreicht, führt die Route über Kadyny mit dem namhaften Gestüt nach Frombork/Frauenburg mit wunderschönem Dom und Kanonikerhäusern. Eben hier hat Nikolaus Kopernikus die Bewegung der Himmelskörper erforscht.