Saure MehlsuppeEine Suppe mit SonderaufgabeDer typisch polnische, seit Generationen beliebte żurek wird auch oft als „Vortagssuppe” bezeichnet. „Sie regeneriert das Verdauungssystem nach einem durchzechten Vorabend”, lacht Grzegorz Kazubski, der Oberküchenchef des Hotelnetzes Orbis. Ihre Zubereitungsart ist so vielseitig wie die Zahl der Regionen in Polen. Anders ist der żurek in Krakau (er enthält Gemüse), in Kielce, der Region Podlasie und in Namysłów. Aber seine Grundlage bildet stets vergorenes Roggenmehl, das mit einem Stück Schwarzbrotrinde angesetzt wird. Zur Fastenzeit war diese Suppe immer sehr bescheiden und wurde nur mit einem Minimum der unumkömmlichsten Zutaten zubereitet. Wenn die Zeit der Entbehrung jedoch zu Ende war, ließ der Koch seiner Fantasie freien Lauf. Die erfrischende Suppengrundlage wurde mit Wurstscheiben, Rippchen, in Würfel geschnittenem, gebratenem Räucherspeck und hart gekochten Eihälften bereichert. Seinen klassischen masowischen żurek bereitet Grzegorz Kazubski nach einem Rezept zu, das er von seiner Oma bekommen hat. Zur Abrundung des Geschmacks gibt er noch Meerrettich und Sahne hinzu und schmeckt sein Werk mit Majoran ab. Die Krönung bilden einige Knoblauchzehen, klein geschnittene Pilze und Weißwurstscheiben. Das Ergebnis ist eine leicht saure Suppe – so unkompliziert wie die Landschaft Masowiens. |