GänserouladeDie Gans in der GegenoffensiveDie Gans zierte bereits im 15. Jahrhundert die Tafeln der Könige und Adligen. Als besonderer Leckerbissen galt sie damals gefüllt mit Mandeln und anderen kostbaren Delikatessen aus der sonst sorgfältig verschlossenen hochherrschaftlichen Speisekammer. Jarosław Komar von Hotel Grand Warschau schlägt ein ausgewogenes Arrangement vor. Das Fleisch lässt er über Nacht in Weinbrand ziehen. Zur Verfeinerung gibt er etwas Met hinzu. Das geklopfte Gänsebrustfilet füllt er mit einer Farce aus Gänsefleisch (unter Zugabe von etwas Kalbfleisch für den Geschmack), reichlich Aprikosen, Nüssen, Mandeln und Rosinen. Wenn die Roulade aus der Röhre kommt hat sie eine knusprige goldbraune Kruste. Backpflaumen spielen bei diesem Rezept eine ganz besondere Rolle, denn sie verleihen dem Braten eine spezifisch süßrauchige Note. Für einen Hauch Süße sorgt ebenfalls die Brombeersoße mit Branntwein oder Kognak abgeschmeckt, deren zarter Schaum die Roulade umgibt. In alten Zeiten lieferte die Gans das einzige Fleisch, das sowohl im katholischen Ermland als auch im evangelischen Masuren am Heiligabend erlaubt war. Damals nahm der Gänsebraten den Ehrenplatz auf der Festtafel ein. Serviert wurden ebenfalls leckere Gänsewürstchen. Aus der jüdischen Küche stammen dagegen die berühmten gefüllten Gänsehälse, und die Adelsküche war bekannt durch die ausgezeichnete gepökelte und geräucherte Gänsebrust. |