POLENS WIEGE UND HANDELSHOCHBURGDie Posener sind überaus stolz auf ihre königlichen Wurzeln und mehr als eintausendjährige Stadtgeschichte. Einen Stadtrundgang sollte man am besten im ältesten Teil beginnen, also auf der Dominsel mit dem Dom, wo aber einst auch die Herzogsburg von Mieszko I. und seinem Sohn Boleslaus dem Tapferen gestanden hat. Letzterer krönte sich 1025 zum ersten König von Polen. Beide fanden in der Goldenen Domkapelle ihre letzte Ruhestätte. Die erste Kirche auf der Insel ist bereits 968, also zwei Jahre nach Polens Annahme des Christentums, erbaut worden. Mit diesem Schritt öffnete Mieszko I. sein Herzogtum dem abendländischen Kulturkreis. Bei einem Inselbummel sollte man unbedingt im Erzdiözesanmuseum vorbeischauen, wo es neben goldenen Messbechern und Monstranzen aus großpolnischen Kirchen auch Bilder von Leon Wyczółkowski, Polens einziges Anthonis-van-Dyck-Gemälde und mittelalterliche Plastik zu bewundern gibt. Das Herzstück der Stadt bildet der Marktplatz mit dem Renaissancerathaus in der Mitte. Dort befindet sich das Historische Museum der Stadt Poznań mit Sammlungen alter Schriften und Dokumente sowie Gebrauchsgegenständen. Auf dem Uhrturm des Rathauses erscheinen jeden Tag um zwölf Uhr mittags zwei Blechböckchen, die vehement zwölfmal mit den Hörnern aufeinander losfahren. Auch das muss natürlich jeder Besucher einmal gesehen haben. Nicht vergessen sei auch dicht beim Alten Markt das einstige Königsschloss von Premislaus II., des letzten Polenkönigs, der sein Reich noch von Posen aus regierte. Später wurde es mehrfach umgebaut, verfiel dann ganz, um schließlich teilweise rekonstruiert zu werden. Heute birgt es das Museum für Gebrauchskunst. Vom Alten Markt ist es auch nicht weit bis zur beeindruckenden barocken Pfarrkirche mit ihrem betörenden Interieur und dem historischen Orgelprospekt. Orgelmusikpflege wird in der Stadt ganz großgeschrieben. Ebenso berühmt sind die Posener Knabenchöre, etwa die „Polnischen Nachtigallen”. |