ZUM KASCHUBISCHEN FREILICHTMUSEUM ODER LIEBER ZUR MARIENBURG?Die Danziger Umgebung gehört zu den touristischen Highlights in Polen. Nördlich der Stadt schiebt sich die Halbinsel Hel weit in die Danziger Bucht. Ein Fischerdorf nach dem anderen wechselt sich ab: Chałupy, Kuźnica, Jastarnia, Jurata. Wenn wir dorthin wollen, kommen wir auf dem Festland durch das hübsche Ostseebad Puck, das zugleich Fischereihafen ist. Da die Putziger Bucht hervorragende Segelsportbedingungen bietet, werden hier internationale Regatten ausgetragen, aber auch Freizeitsegler und Surfer schwören auf das Gewässer. Ganz in der Nähe, bei Rzucewo, befindet sich inmitten eines Parks eine empfehlenswerte neogotische Burghotelanlage. Einmaligen Reiz besitzen auch die Kaschubei und das Danziger Werder. Die Kaschubei lässt sich als kleines Paradies aus verträumten Seen, Flüssen und rauschenden Wäldern bezeichnen, besitzt außerdem eine lebendige Volkskunsttradition. Bytów mit seiner Ordensburg, Kościerzyna und Kartuzy versprühen das für die Kaschubische Seenplatte südwestlich von Gdingen typische Kleinstadtflair. Hier kommt man leicht in einem der vielen Hotels unter oder kann auch preisgünstige Ferien auf dem Bauernhof erleben. Das Freilichtmuseum bei Wdzydze Kiszewskie lässt anhand von Originalexponaten die alte ländliche Bauernkultur wieder lebendig werden. In jedem Juli findet hier ein traditioneller Jahrmarkt statt. Deftige Hausmannskost, Spaß, Musik und echte Volkunsterzeugnisse sorgen für reichlich Zulauf. Das südöstlich von Danzig gelegene Werder im Weichseldelta haben einst holländische Siedler trockengelegt und es, obwohl es unter dem Meeresspiegel liegt, urbar gemacht. Typisch für das Werder sind Friesenhäuser, Windmühlen, Dorfkirchen und uralte Entwässerungsanlagen. Von der nahe gelegenen Deutschen Ordensburg aus dem 14. Jh., der Malbork (Marienburg) aus, lenkte anderthalb Jahrhunderte lang der Großmeister die Geschicke seines mächtigen Ordensstaates. Längst hat die Burganlage ihre Schrecken verloren und dient nur noch als einzigartiges Burgmuseum. Nur bei der Son-et-Lumiere-Schau oder den Ritterspielen kann man noch etwas davon erahnen. Wem eher der Sinn nach technischen Denkmälern steht, der sollte sich am Elbingkanal aus dem 19. Jh. umsehen. Dort nämlich werden die Binnenschiffe noch immer an mehreren Hebestellen in Loren auf den nächstfolgenden Wasserpegel gehievt. |