STADT DER KULTURIn Breslau wird Kultur großgeschrieben. Die Stadt besitzt ihr eigenes Opernhaus, eine Operette und zahlreiche Sprechbühnen. Hier wirkten ebenfalls Jerzy Grotowski mit seinem Experimentiertheater „Labor” und der Begründer des Breslauer Pantomimetheaters, Henryk Tomaszewski. Seit Jahren ist hier auch der herausragende polnische Dichter Tadeusz Różewicz aktiv tätig. Ihren Festplatz im Kulturkalender haben der Chansonwettbewerb für Schauspieler oder die Festspiele Wratislavia Cantans. Auch um die Museumslandschaft ist es bestens bestellt. Auf keinen Fall sollten wir das Nationalmuseum mit Gemälden von solch bedeutenden polnischen Malern verpassen wie Jan Matejko, Jacek Malczewski, Witkacy, ebenso wenig das in einem Rundbau untergebrachte Panoramabild zur Schlacht von Racławice, für das unter Jan Stykas und Wojciech Kossaks Anleitung ein Malerteam 120 m Leinwand von 15 m Breite künstlerisch gestaltete. In dieser Schlacht hatte Tadeusz Kościuszko am 4. April 1794 eine russischen Übermacht besiegt. Das für das ausgehende 19. Jh. zeittypische Werk gelangte zwar schon 1946 vom damals inzwischen sowjetisch gewordenen Lwiw (Lemberg) ins polnische Wrocław, doch mussten erst ganze 39 Jahre vergehen, ehe es die kommunistischen Machthaber aus Angst vor nationalen Gefühlswallungen zuließen, dass das Werk in seinem Rundbau auch öffentlich gezeigt wurde. |